Anfang dieser Woche waren Verantwortliche des Projekts „Skills Partnerships between Senegal/Ghana and Germany“ zu Besuch in der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Ziel des Projektes ist es, senegalesische und ghanaische Fachkräfte aus dem Baubereich dafür zu gewinnen, nach Deutschland zu kommen und hier langfristig zu arbeiten, um so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt, die zu diesem Zweck mit den Bauverbänden NRW kooperiert.

Im Gespräch mit Micheal H. Lutter und Markus Rempe (Geschäftsführung KH) tauschten sich die Gäste intensiv darüber aus, welche Voraussetzungen nötig sind, damit eine erfolgreiche Integration der internationalen Fachkräfte in Deutschland gelingen kann. Wichtig sei eine verlässliche Institution, die die internationalen Fachkräfte begleitet und den Start im fremden Land so einfach wie möglich gestaltet. Ebenso relevant seien die Sprachkenntnisse: „Das größte Problem liegt in der Sprache, nicht bei den handwerklichen Fähigkeiten der Fachkräfte“, so Michael Lutter. Die Kreishandwerkerschaft hat durch das Projekt der „Willkommenslotsen“ aus dem Programm der „Passgenauen Besetzung“ bereits selbst Erfahrungen mit internationalen Auszubildenden sammeln können.

Im Anschluss besichtigte die Gruppe bei einem Rundgang durch das Technologie- und Berufsbildungszentrum (tbz) die Ausbildungsräume der Maurer, Betonbauer und Zimmerer. Im Gespräch mit den Ausbildern konnten wertvolle Erkenntnisse in die Ausbildung in Deutschland gewonnen werden. Vor Ort waren an dem Tag auch einige Azubis, die selbst aus dem Ausland kommen und nun in Deutschland ihre Ausbildung absolvieren. Sie berichteten von ihren ganz persönlichen Erfahrungen und gaben den Gästen spannende Einblicke in das Leben und Arbeiten in Deutschland.

Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass der Austausch enorm hilfreich und aufschlussreich war. „Es war wichtig für uns zu sehen, wie die Ausbildung vor Ort abläuft. Bisher kannten wir das nur in der Theorie“, fasste einer der Anwesenden zusammen.

Wir danken allen Gästen für ihren Besuch und sind gespannt, wie sich dieses vielversprechende Projekt weiterentwickeln wird.

Impressionen vom Rundgang durch das tbz >>>


Hintergrund:
Der Kontakt mit internationalen Verbänden ist auch für das regionale Handwerk ein wertvoller Ansatz, um dem Fachkräftemangel in der Region zu begegnen. So ist die Initiative für beide Seiten eine Win-win-Situation: Die internationalen Auszubildenden könnten von einer sehr guten dualen Ausbildung in Deutschland profitieren und haben eine zukunftssichere Perspektive in einer systemrelevanten Branche. Das Handwerk kann wiederum auf zusätzliche engagierte Auszubildende setzen, mit denen die personellen Lücken in den Betrieben verkleinert werden können.